i

i

M a t t h i a s -F r e h n e r

i

| start ......................| werk .................| text ..................|
-

-

---jon matheson

---guido magnaguagno

---biographie

---links

i

ii

i

i

--

---back

Was Paul Sieber an archaischen Werken realisiert, könnte, wie die Schöpfungen des Wolkenhirten Hans Arp, oft auch einer Laune der Natur entsprungen sein. Ich spreche von Steinringen, den Säulen- und Beinfragmenten, den Kopfkugeln. Alle diese rätselhaften Objekte mit den roh bearbeiteten Oberflächen muten an wie Fruchtbarkeitsidole längst versunkener Kulturen. Wo Formen als Körper lesbar sind, wird klar, dass es sich um Fragmente gewaltiger Leiber handeln muss. Die Akteurinnen von Siebers Archaik stammen, denke ich, aus Fellinis Satyricon. Paul Sieber ist zweifelsohne ein Humorist. Als Beweis führe ich seinen Beitrag zur Minimal art an: seinen Quader aus lauter Tannzapfen. Ein geniales Kunstwerk, sicher das lustigste Werk der Minimal art überhaupt. Zu Siebers ironischer Infragestellung der meist todernsten Geschichte der modernen Plastik gehören auch seine unnützen Waffen aus Stein, die so cool sind wie Claes Oldenburgs Kuchenstücke und Hamburgers aus Gips und Plastilin. Von den anderen hier vertretenen Plastikern aus argumentiert, lässt sich sagen, dass bei Sieber in vielen seinen Skulpturen von einem subversiven Umgang mit dem Material gesprochen werden kann. Speere aus Stein, auch Pilze und Aquariumsbewohner. Ein Künstler kann für oder gegen das Material, mit dem er arbeitet, Stellung beziehen. Was ein Werk bedeutend macht, ist nicht das Zelebrieren von Material. Einen Materialfetichsten haben wir hier nicht sondern Persönlichkeiten, die stringente Ideen eigenschöpferisch zum Ausdruck bringt. Starke Positionen, eine eindrückliche Vergegenwärtigung der plastischen Ausdrucksbrite ihrer Generation.

Matthias Frehner, Direktur Kunstmuseum Bern, 2012